Episode 15 - KfW, Bürgschaft oder Hausbank pur – wann Förderung dich stärkt und wann sie dich blockiert
Shownotes
KfW ist nicht automatisch die beste Finanzierung. Bürgschaft ist nicht automatisch die Rettung. Und Hausbank pur ist nicht automatisch teuer.
In dieser Folge zerlege ich die Förderlogik aus Sicht der Bank. Was bedeutet Haftungsfreistellung wirklich? Worin unterscheidet sie sich von einer Bürgschaft? Wie wirken sich beide Instrumente auf Risikogewichtung, Eigenkapitalunterlegung und Preisbildung aus? Und warum entscheidet am Ende nicht das Programm, sondern dein Rating und deine Kapitaldienstfähigkeit?
Wir sprechen über:
– Basel-Logik, RWA und Eigenkapitalbindung – PD, LGD und wie sich daraus der Zinssatz ableitet – De-minimis (aktuell 300.000 €) und warum du dein eigenes Beihilferegister führen solltest – Kombinationen aus Hausbank, KfW und Bürgschaft – Risiken bei Restrukturierung oder Unternehmensverkauf – Warum Bankwahl oft wichtiger ist als Programmauswahl
Fördermittel sind Werkzeuge. Sie ersetzen keine Struktur.
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00:00:00: KfW, Bürgschaft oder Hausbank pur.
00:00:03: Wann Förderung dich stärkt und wann sie dich blockiert?
00:00:08: Im Mittelstand existiert ein Glaubenssatz.
00:00:10: Wenn es eine Finanzierung braucht dann bitte mit Kfw.
00:00:13: Förderkredit klingt nach Sicherheit, nach günstigem Zins, nach staatlicher Rückendeckung.
00:00:18: Das Problem ist nicht die Förderungen.
00:00:20: das Problem ist dass viele ihre Wirkmechanik nicht verstehen.
00:00:24: beginnen wir mit der Grundlogik Die KfW arbeitet im Hausbankprinzip.
00:00:29: Du sprichst nicht mit der Kfw, dein Vertragspartner ist immer deine Bank.
00:00:34: die Bank prüft deinen Vorhaben erstellt das Kreditvotum verantwortet das Rating und refinanziert sich anschließend über die Kfwe.
00:00:44: Immer jetzt zur Haftungsfreistellung.
00:00:47: Bei Programmen wie dem Kfw-Startgeld beträgt sie typischerweise achtzig Prozent, beim Unternehmerkredit meist fünfzig Prozent.
00:00:54: in Sonderprogrammen kann sie höher liegen.
00:00:57: Haftuns Freistellungen bedeutet.
00:00:59: im Ausfallfall übernimmt die KfW einen definierten Anteil des Risikos gegenüber der Bank Aber das ist keine klassische Bürgschaft.
00:01:08: Die Bank bleibt alleiniger Kreditgeber, die Haftungsfreistellung wirkt als Garantie-Element zwischen Bank und KfW nicht zwischen dir und K fw.
00:01:16: Und jetzt wird es banktechnisch.
00:01:18: Banken unterliegen Basel, Regularien, jeder Kredit erzeugt Risiko gewichtete aktiver RWA und diese müssen mit Eigenkapital unterlegt werden typischerweise rund acht Prozent.
00:01:29: je höher das Risiko desto höher das risikogewicht desto stärker wird das Eigenkapitel der Bank gebunden.
00:01:35: Im Standardansatz wird ein unbesicherter Kredit häufig mit einhundert Prozent Risiko Gewichtet.
00:01:41: werthaltige Sicherheiten oder anrechenbare Garantien können dieses Gewicht reduzieren abhängig von der Qualität des Garanten, der Struktur und dem Bankintern-Modell.
00:01:51: Haftungsfreistellung und Bürgschaft drehen in dieser Logik vor allem an PD und LGD also an Ausfallwahrscheinlichkeit und Verlustquote – und damit sowohl am erwarteten Verluste als auch an der Eigenkapitalbindung weil weniger RWA entstehen.
00:02:06: aber das ist kein Automatismus.
00:02:08: Ob und wie stark sich die Eigenkapitaleunterlegungen reduziert hängt davon ab ob die Bank im Standardansatz oder im IRB-Modell arbeitet und wie der Garant regulatorisch angerechnet wird.
00:02:20: Die Wirkmechanik ist komplexer als starthaftet, also alles sicher.
00:02:25: nun zur Bürgschaftsbank.
00:02:26: Eine Bürgschaftsbank stellt eine externe Ausfallbürgsschaft für die Bank.
00:02:29: Ist das eine zusätzliche Sicherheit mit eigener Bonität?
00:02:33: Ökonomisch reduziert sie die Verlustquote und damit das Risiko.
00:02:36: gerade bei Gründungen nachfolgen oder wachstumsgetriebenen Projekten mit hohem Blankoanteil kann das den Unterschied machen.
00:02:44: Aber aus Unternehmersicht muss man ehrlich sein, wer eine selbst-schultenerische Bürgschaft unterschreibt sollte so kalkulieren als würde er privat den gesamten Kredit aufnehmen.
00:02:54: Alles andere ist schön verberei.
00:02:57: Bürgschaften sind aus Banksicht attraktiv also für dich.
00:03:01: Ihnen können Sie ein massives persönliches Klumpenrisiko bedeuten.
00:03:05: jetzt zum Instrumentenmix.
00:03:06: die Realität ist selten kfw oder Bürgschaft oder Hausbank.
00:03:10: oft ist es eine Kombination.
00:03:12: Beispiel Nachfolgefinanzierung, Hausbankdarlehen als Basis, KfW-Unternehmerkredit mit fünfzig Prozent Haftungsfreistellung, Bürgschaftsbank für den verbleibenden Blankoanteil.
00:03:23: Jedes Instrument hat eine klar definierte Rolle und die Frage lautet also nicht welches Programm ist besser?
00:03:29: Die Frage lautet wie verteile ich Risiko Eigenkapitalbindung und Flexibilität strategisch?
00:03:35: Und hier kommt ein Punkt, der oft übersehen wird.
00:03:38: Nicht jede Bank ist gleich gut in Fördermitteln und es gibt Institute mit spezialisierten Förderabteilungen eingespielten Prozessen und hoher Routine.
00:03:47: Es gibt Banken bei denen jeder KfW-Antrag als Sonderfall behandelt wird.
00:03:52: Ob Förderung dich bremst oder beschleunigt, hängt auch davon ab wie routiniert deine Bank mit KfW und Bürgschaftsbank arbeitet.
00:04:00: Nicht nur vom Programm selbst.
00:04:01: jetzt zum Thema Deminimis.
00:04:04: Die allgemeine Grenze liegt aktuell bei dreihunderttausend Euro innerhalb von drei Steuerjahren.
00:04:10: alle entsprechenden Beihilfen eins an einzigens an die Unternehmens werden akkumuliert.
00:04:16: Viele verlassen sich darauf, dass die Verwaltung das im Blick hat.
00:04:18: Das ist fahrlässig.
00:04:20: Führe dein eigenes Beihilferegister.
00:04:23: Verlass dich nicht da drauf, dass andere deinen Förderkonto sauber führen.
00:04:27: und jetzt ein Punkt der in der Euphorie oft vergessen wird Transaktionsfähigkeit.
00:04:33: In der Praxis kann ein geplanter Unternehmensverkauf scheitern oder sich massiv verzögern, weil KfW- oder Bürgschaftsbank der Vertragsübernahme oder Umschuldung nicht zustimmen.
00:04:44: Obwohl die Hausbank mitgehen würde.
00:04:46: Förderstruktur bedeutet auch zusätzliche Abstimmungs- und Zustimmungsebenen.
00:04:51: das kann in Restrukturierungen oder Exizinarien schmerzhaft werden.
00:04:56: Und zum Schluss noch die Preislogik.
00:04:58: Zins entsteht nicht aus Gefühl.
00:05:00: erfolgt einer Systematik Zins gleich.
00:05:03: Refinanzierungskosten erwarteter Verlust, PD mal LGD mal EAD Eigenkapitalkosten overhead.
00:05:11: Förderinstrumente verändern einzelne Parameter dieser Gleichung.
00:05:15: Sie verändern nicht deine unternehmerische Substanz.
00:05:18: Wenn dein Cashlohn nicht trägt, hilft dir keine Haftungsfreistellungen.
00:05:21: Wenn ein Rating schwach ist ersetzt keine bürgschafstrukturelle Schwächen.
00:05:25: Förderung ist ein Werkzeug und kein Ersatz für Tragfähigkeiten.
00:05:28: Die saubere Reihenfolge lautet Kapitaldienstfähigkeit analysieren Sicherheiten struktur prüfen Beihilfespielraum klären Flexibilitätsbedarf definieren Bank auswählen dann Instrument entscheiden.
00:05:41: Finanzierung beginnt nicht beim Zins, sie beginnt bei der Struktur.
00:05:44: Wenn du Finanzierungen als strategisches Instrument verstehen willst mit echten Beispielen aus realen Bankverhandlungen dann Folgekapitalpunktfehler.
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